Quellen und Copyright
Dieser Artikel wurde von Andreas Faßl, Redaktion erstellt. Für die Erstellung wurden folgende Quellen verwendet:
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Artikel in leichter Sprache · 1 Minute Lesezeit
Eigene Hausarztpraxis: Warum sich der Schritt lohnen kann
Viele Ärztinnen und Ärzte möchten später eine eigene Praxis haben.
Eine eigene Praxis hat Vorteile:
- Man kann die Arbeit selbst planen.
- Die Arbeits-Zeit lässt sich besser mit der Familie verbinden.
- Man kann selbst entscheiden, wie die Praxis arbeitet.
- Man kann die Räume und das Team selbst gestalten.
- Man arbeitet ohne die festen Dienste im Krankenhaus.
Aber der Weg zur eigenen Praxis ist nicht immer einfach.
Viele junge Ärztinnen und Ärzte haben Fragen zu Geld, Abrechnung und Bürokratie. Auch die Gründung oder Übernahme einer Praxis kostet Geld.
Deshalb ist gute Beratung wichtig. Die Kassenärztliche Vereinigung, Steuerberater und erfahrene Ärztinnen und Ärzte können beim Start helfen.
Auch die Wahl der Praxis ist wichtig. Eine Einzelpraxis bietet viel Freiheit. In einer Gemeinschafts-Praxis können sich mehrere Ärztinnen und Ärzte die Arbeit und Verantwortung teilen.
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Warum sich Hausärzte für die eigene Praxis entscheiden
Die Entscheidung für eine eigene Hausarztpraxis wird von verschiedenen beruflichen und privaten Faktoren beeinflusst. Eine qualitative Studie des Instituts für Allgemeinmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein und der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg untersucht, warum sich Allgemeinmediziner für eine Niederlassung entscheiden und welche Hindernisse dabei eine Rolle spielen.
Die Untersuchung basiert auf Interviews mit 23 niedergelassenen Allgemeinmedizinern in Baden-Württemberg. Die Befragten waren durchschnittlich 42 Jahre alt. Die Mehrheit arbeitete mit mindestens einem weiteren Arzt zusammen.
Was für eine eigene Praxis spricht
Als wichtigster Grund für die Niederlassung wurde der Wunsch genannt, die eigene berufliche Situation gegenüber dem Klinikalltag zu verbessern.
Mehr Vereinbarkeit von Beruf und Familie
Familienfreundliche Arbeitszeiten spielten für die Befragten eine wichtige Rolle. Besonders Ärztinnen beschrieben die größere zeitliche Flexibilität und einen erleichterten Wiedereinstieg nach der Familiengründung als Vorteile.
Auch die geringere Zahl an Bereitschaftsdiensten wurde als positiver Faktor genannt.
Mehr Selbstständigkeit
Ein weiterer wichtiger Punkt war der Wunsch nach mehr Entscheidungsfreiheit. In der eigenen Praxis können Ärztinnen und Ärzte ihre Arbeit, Personalführung sowie Arbeits- und Urlaubszeiten stärker selbst gestalten.
Positive Erfahrungen während des Studiums oder der Weiterbildung können die Entscheidung zusätzlich beeinflussen. Auch Vorbilder aus dem persönlichen oder beruflichen Umfeld spielten in den Interviews eine Rolle.
Welche Hürden den Weg erschweren
Neben den Vorteilen nannten die Befragten verschiedene Belastungen.
Abrechnung und Bürokratie
Das Abrechnungssystem wurde teilweise als kompliziert empfunden. Einige Befragte fühlten sich während ihrer Ausbildung nicht ausreichend auf die wirtschaftlichen und organisatorischen Aufgaben einer Praxis vorbereitet.
Auch der Zulassungsprozess wurde als bürokratisch und teilweise langwierig beschrieben.
Finanzielle Unsicherheit
Finanzielle Fragen waren ein weiterer wichtiger Punkt. Genannt wurden unter anderem die notwendigen Anfangsinvestitionen, Beratungskosten, die Kosten für Immobilien und der mögliche Erwerb eines Kassensitzes.
Auch die Unsicherheit über die späteren Einnahmen und die Angst vor Regressen wurden als hemmende Faktoren beschrieben.
Verantwortung und Zusammenarbeit
Eine eigene Praxis bedeutet zugleich mehr Verantwortung. Bei einer Einzelpraxis besteht eine größere persönliche Verantwortung, während eine Kooperation den kollegialen Austausch und die Verteilung bestimmter Belastungen ermöglichen kann.
Die Studie beschreibt die Wahl der Praxisform deshalb auch als Abwägung zwischen möglichst großer Unabhängigkeit und den Vorteilen einer Zusammenarbeit.
Einzelpraxis oder Kooperation
Die Befragten beschrieben unterschiedliche Vorteile beider Modelle.
| Aspekt | Einzelpraxis | Kooperation |
|---|---|---|
| Selbstständigkeit | Besonders hoch | Entscheidungen werden teilweise gemeinsam getroffen |
| Kollegialer Austausch | Im Alltag geringer | Regelmäßiger Austausch mit Praxispartnern |
| Verantwortung | Liegt stärker bei einer Person | Kann auf mehrere Personen verteilt werden |
| Vertretung | Muss stärker selbst organisiert werden | Kann innerhalb der Kooperation erleichtert werden |
| Arbeitsorganisation | Individuell gestaltbar | Abstimmung mit den Partnern erforderlich |
Die Studie verweist außerdem auf betriebswirtschaftliche Daten, nach denen der durchschnittliche Jahresüberschuss pro Praxisinhaber in Kooperationen höher lag als in Einzelpraxen. Gleichzeitig war das durchschnittliche Arbeitsaufkommen in Kooperationen geringer. Die Autoren weisen jedoch darauf hin, dass die Wahl der Praxisform von individuellen Vorstellungen über Selbstständigkeit und Zusammenarbeit abhängt.
Was den Einstieg erleichtern kann
Die Untersuchung nennt mehrere Ansatzpunkte, die den Weg in die eigene Praxis erleichtern können.
Dazu gehören:
- mehr praktische Einblicke in die Allgemeinmedizin während der Aus- und Weiterbildung
- bessere Kenntnisse im Praxismanagement
- Unterstützung durch erfahrene Kolleginnen und Kollegen
- professionelle Beratung durch beispielsweise Banken, Steuerberater, Fachanwälte oder die Kassenärztliche Vereinigung
- familiäre Unterstützung
- ein übersichtlicher und standardisierter Niederlassungsprozess
- eine weitere Verringerung unnötiger bürokratischer Belastungen
Besonders positive Erfahrungen während der Weiterbildung können dazu beitragen, Unsicherheiten gegenüber der späteren Niederlassung abzubauen.
Fazit
Die qualitative Studie zeigt, dass die Niederlassung für Allgemeinmediziner mit mehreren Vorteilen verbunden sein kann. Besonders die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, eine geringere Dienstbelastung und größere Selbstständigkeit wurden von den Befragten hervorgehoben.
Gleichzeitig können komplexe Abrechnungsregeln, finanzielle Unsicherheiten und bürokratische Abläufe den Schritt in die eigene Praxis erschweren.
Aus Sicht der Autoren können bessere Vorbereitung auf das Praxismanagement, professionelle Beratung und ein transparenterer Niederlassungsprozess dazu beitragen, den Einstieg in die eigene Hausarztpraxis zu erleichtern.