Moderne Wirtschaftsregion mit vernetzten Unternehmen, Forschung, digitalen Technologien und nachhaltigen Innovationsprojekten

Clusterpolitik: Vom Standortmarketing zum Innovationsnetzwerk

Wie moderne Clusterpolitik Unternehmen, Forschung und Wirtschaftsförderung vernetzt und regionale Stärken für Innovation und Wettbewerb nutzt.

Quellen und Copyright

Dieser Artikel wurde von Andreas Faßl, Redaktion erstellt. Für die Erstellung wurden folgende Quellen verwendet:

Clusterpolitik in der kommunalen und regionalen Wirtschaftsförderung | Deutsches Institut für Urbanistik, https://difu.de/nachrichten/clusterpolitik-in-der-kommunalen-und-regionalen-wirtschaftsfoerderung
Innovatives Business Development und Corporate Start-ups in nachhaltigen High Tech und High Service Clustern | Frankfurt University of Applied Sciences, https://doi.org/10.48718/pbvr-tp84
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Clusterpolitik: Gemeinsam stärker

Viele Städte und Regionen wollen Unternehmen an ihren Standort holen.

Früher ging es dabei vor allem um Gewerbeflächen, Steuern und Werbung für den Standort.

Heute gibt es einen weiteren Ansatz: die Clusterpolitik.

Was ist ein Cluster?

Ein Cluster bringt verschiedene Akteure zusammen.

Dazu können gehören:

  • Unternehmen
  • Dienstleister
  • Hochschulen
  • Forschungseinrichtungen
  • Start-ups
  • Kunst und Kultur

Sie arbeiten in einem ähnlichen Bereich oder ergänzen sich.

Die räumliche Nähe kann die Zusammenarbeit einfacher machen. Unternehmen können leichter Kontakte knüpfen und Wissen austauschen.

Warum ist das wichtig?

Eine Region kann dadurch ihre besonderen Stärken besser nutzen.

Zum Beispiel können Unternehmen gemeinsam neue Ideen entwickeln. Forschung und Wirtschaft können enger zusammenarbeiten. Auch neue Unternehmen können entstehen.

Die Wirtschaftsförderung hat dabei eine wichtige Aufgabe. Sie kann Kontakte herstellen und Zusammenarbeit fördern.

Digitalisierung und Nachhaltigkeit

Auch die Digitalisierung verändert die Zusammenarbeit. Menschen und Unternehmen können heute viel einfacher über große Entfernungen miteinander arbeiten.

Gleichzeitig bleibt die Nähe vor Ort wichtig. Persönliche Kontakte können neue Zusammenarbeit ermöglichen.

Auch Nachhaltigkeit wird immer wichtiger. Moderne Cluster verbinden deshalb zunehmend Innovation mit Umwelt- und Sozialthemen.

Kurz gesagt: Clusterpolitik bedeutet, dass Unternehmen, Forschung und andere Akteure stärker zusammenarbeiten. So können regionale Stärken weiterentwickelt und neue Ideen entstehen.

Clusterpolitik: Vom Standortmarketing zum Innovationsnetzwerk

In der traditionellen Wirtschaftsförderung gehörten die Bereitstellung von Gewerbeflächen, Steueranreize und klassische Ansiedlungswerbung lange Zeit zum Standardrepertoire. Inzwischen setzen Kommunen und Regionen verstärkt auf die gezielte Förderung von Wirtschaftsclustern. Dabei werden Unternehmen, spezialisierte Anbieter, Dienstleister sowie wissenschaftliche Einrichtungen und weitere Institutionen eines Wirtschaftsbereichs räumlich und organisatorisch stärker miteinander vernetzt. Ziel ist es, regionale Stärken herauszuarbeiten und daraus Wettbewerbsvorteile zu entwickeln.

Die Entwicklung moderner Clusterpolitik

Clusterpolitik spielt in der kommunalen und regionalen Wirtschaftsförderung seit mehr als zwei Jahrzehnten eine wichtige Rolle. Eine Studie des Deutschen Instituts für Urbanistik zeigt, dass mehr als drei Viertel der deutschen Großstädte in diesem Bereich aktiv sind. Fast ein Viertel zählt Clusterpolitik zu den drei wichtigsten Aufgabenbereichen der Wirtschaftsförderung.

Clusterpolitik ist kein vollständig eigenständiges Politikfeld. Sie verbindet vielmehr Elemente der Regional-, Industrie- und Forschungspolitik. Zusätzlich bestehen Programme und Strategien auf Ebene der Europäischen Union, des Bundes und der Länder.

Die Säulen moderner Clusterstrukturen

Erfolgreiche Clusterpolitik setzt auf die räumliche Konzentration und Vernetzung von Unternehmen, spezialisierten Anbietern, Dienstleistern und wissenschaftlichen Einrichtungen. Die räumliche Nähe kann dabei die Zusammenarbeit innerhalb eines Wirtschaftsbereichs unterstützen.

  • Räumliche Konzentration und Vernetzung: Die Bündelung von Unternehmen und spezialisierten Akteuren eines Wirtschaftsbereichs ist ein wesentlicher Bestandteil der Clusterpolitik.

  • Wissen und Kooperation: Der Austausch zwischen wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Akteuren kann die Zusammenarbeit innerhalb eines Clusters stärken.

  • Gründungen und neue Geschäftsmodelle: Nachhaltige High-Tech- und High-Service-Cluster werden auch als Umfeld für innovative Geschäftsmodelle und Corporate Start-ups betrachtet.

  • Regionale Stärken: Ziel der Clusterpolitik ist es, vorhandene regionale Stärken weiterzuentwickeln und daraus Wettbewerbsvorteile entstehen zu lassen.

Für die kommunale Wirtschaftsförderung bedeutet das eine veränderte Rolle. Sie kann insbesondere als Kontaktvermittler und Impulsgeber bei der Initiierung branchenübergreifender Kooperationen wirken.

Neue Herausforderungen: Querschnittsthemen und Digitalisierung

Die Clusterlandschaft verändert sich. Querschnittsthemen gewinnen an Bedeutung, während sich Cluster zunehmend über klassische Branchengrenzen hinweg orientieren. Auch die unterschiedlichen Förderprogramme von EU, Bund und Ländern beeinflussen die Rahmenbedingungen kommunaler Clusterpolitik.

Branchenübergreifende Kooperationen können dabei eine wichtige Rolle spielen. Die kommunale Wirtschaftsförderung kann Unternehmen und andere Akteure zusammenbringen und dadurch neue Kooperationen anstoßen.

Auch die Digitalisierung verändert das Clusterprinzip. Sie ermöglicht eine effizientere Vernetzung von Produktionseinheiten und Produktionsschritten und kann damit Beziehungen innerhalb eines Clusters stärken. Gleichzeitig kann die zunehmende Digitalisierung die Bedeutung räumlicher Nähe wirtschaftlicher Akteure verringern. Welcher Effekt langfristig überwiegt, ist offen.

Nachhaltigkeit als nächste Evolutionsstufe

Neben Digitalisierung gewinnt auch die nachhaltige Ausrichtung von Clustern an Bedeutung. Das Working Paper der Frankfurt University of Applied Sciences beschreibt nachhaltige High-Tech- und High-Service-Cluster mit CSR- und ESG-Ausrichtung als nächsten Evolutionsschritt der Clustertheorie und Clusterpraxis. Dabei wird insbesondere das Potenzial für innovative nachhaltige Geschäftsmodelle und Corporate Start-ups hervorgehoben.

Damit Clusterpolitik auch künftig zur regionalen Entwicklung beitragen kann, müssen sich Strategien und Strukturen weiterentwickeln. Die Verbindung regionaler Stärken mit branchenübergreifender Vernetzung, Digitalisierung und nachhaltiger Ausrichtung wird dabei zu einem wichtigen Bestandteil moderner Wirtschaftsförderung.

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