Verschiedene Vitalpilze wie Hericium, Reishi und Cordyceps als symbolisches Bild für Forschung und Mykotherapie

Vitalpilze: Wirkung, Forschung und rechtliche Grenzen

Vitalpilze stehen im Fokus der Forschung. Der Artikel zeigt, was über Hericium, Reishi und Cordyceps bekannt ist und wo rechtliche Grenzen liegen.

Quellen und Copyright

Dieser Artikel wurde von Andreas Faßl, Redaktion erstellt. Für die Erstellung wurden folgende Quellen verwendet:

Die Heilkraft der Pilze | Blog | Dr. med. Susanne Fischer: https://dr-fischer.co.at/blog/die-heilkraft-der-pilze/
Hericium & Neurowissenschaft: https://floydfungi.ch/de/hericium-neurowissenschaft/
Studie: Cordyceps verbessert die sportliche Leistung | Stiftung Orthoknowledge: https://www.orthoknowledge.eu/neuigkeiten/studie-cordyceps-verbessert-die-sportliche-leistung
„Vitalpilze“ – eine rechtliche Einordnung - Ernährungsmedizin: https://www.ernaehrungsmedizin.blog/2019/12/02/vitalpilze-eine-rechtliche-einordnung/
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Artikel in leichter Sprache · 1 Minute Lesezeit

Vitalpilze: Interessante Forschung für die Gesundheit

Pilze werden schon seit sehr langer Zeit für die Gesundheit genutzt. Heute beschäftigt sich auch die moderne Wissenschaft intensiv mit ihren besonderen Inhaltsstoffen.

Besonders interessant ist der Igelstachelbart (Hericium). Forscher untersuchen, wie seine Inhaltsstoffe das Gehirn und das Nervensystem unterstützen können. Erste Studien zeigen dabei vielversprechende Ergebnisse, vor allem im Bereich der geistigen Leistungsfähigkeit.

Auch Reishi und Cordyceps werden intensiv erforscht. Beim Cordyceps gibt es zum Beispiel Untersuchungen mit Ausdauersportlern. Dabei zeigten sich positive Veränderungen bei einigen Messwerten. Weitere Studien sollen diese Ergebnisse bestätigen.

Ein wichtiger Punkt ist die Qualität der Pilzprodukte. Gute Produkte sollten aus kontrolliertem Anbau stammen und sorgfältig verarbeitet werden.

Vitalpilze werden meist als Nahrungsergänzungsmittel angeboten. Deshalb dürfen Hersteller keine Versprechen zur Heilung oder Vorbeugung von Krankheiten machen.

Fazit: Die Forschung zu Vitalpilzen entwickelt sich weiter. Besonders Hericium, Reishi und Cordyceps zeigen interessante Ansätze. Die bisherigen Ergebnisse machen Hoffnung auf weitere Erkenntnisse über die besonderen Eigenschaften dieser Pilze.

Vitalpilze: Wirkung, Forschung und rechtliche Grenzen

Die therapeutische Nutzung von Pilzen ist keineswegs eine neumodische Erscheinung. In der Traditionellen Chinesischen Medizin werden Pilze seit Jahrhunderten eingesetzt. Auch in Europa gibt es historische Hinweise auf die Verwendung von Pilzen zu gesundheitlichen Zwecken. Heute wird die sogenannte Mykotherapie zunehmend wissenschaftlich untersucht. Dabei stehen die bioaktiven Inhaltsstoffe und ihre möglichen Wirkungen auf verschiedene biologische Prozesse im Mittelpunkt.

Das biochemische Profil: Was Pilze interessant macht

Pilze enthalten eine Vielzahl unterschiedlicher bioaktiver Verbindungen. Dazu gehören unter anderem:

  • Polysaccharide und Beta-Glucane: Diese Verbindungen werden unter anderem wegen ihrer möglichen immunmodulierenden Eigenschaften untersucht.
  • Triterpene: Diese Stoffgruppe kommt beispielsweise beim Reishi vor und ist Gegenstand verschiedener Untersuchungen zu biologischen Wirkungen.
  • Hericium-Verbindungen: Beim Igelstachelbart stehen insbesondere Hericenone und Erinacine im Mittelpunkt der Forschung.
  • Weitere Inhaltsstoffe: Pilze enthalten außerdem verschiedene Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente.

Die wissenschaftliche Forschung untersucht dabei vor allem, wie einzelne Inhaltsstoffe mit biologischen Prozessen im menschlichen Körper interagieren. Aus solchen Forschungsergebnissen lässt sich jedoch nicht automatisch eine therapeutische Wirkung beim Menschen ableiten.

Hericium erinaceus: Forschung zu Gehirn und Nervensystem

Besondere Aufmerksamkeit erhält der Igelstachelbart (Hericium erinaceus). Wissenschaftler untersuchen insbesondere die enthaltenen Hericenone und Erinacine sowie deren mögliche Bedeutung für das Nervensystem.

Ein Schwerpunkt liegt auf dem Nerve Growth Factor (NGF). Präklinische Untersuchungen zeigen, dass bestimmte Hericium-Verbindungen die NGF-Synthese beeinflussen können. Für Erinacine wurde zudem in Tiermodellen eine Aufnahme im Gehirn nachgewiesen.

Auch klinische Untersuchungen liegen vor. Eine Studie bei Menschen mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen beobachtete während der Einnahme Verbesserungen bei kognitiven Testwerten. Nach dem Absetzen gingen die Werte in dieser Untersuchung wieder zurück. Die Ergebnisse sind interessant, reichen allein jedoch nicht aus, um eine allgemeine therapeutische Wirkung von Hericium zu belegen.

Weitere Forschungsarbeiten beschäftigen sich unter anderem mit BDNF, Stimmung, Angst, Neuroinflammation und möglichen neuroprotektiven Effekten. Ein Teil dieser Untersuchungen stammt allerdings aus Zell- oder Tiermodellen.

Reishi und Cordyceps: Weitere Forschungsfelder

Der Reishi (Ganoderma lucidum) wird traditionell vor allem in der asiatischen Heilkunde verwendet. Auch heute wird er im Zusammenhang mit verschiedenen biologischen Wirkungen untersucht. Die vorliegenden Quellen beschreiben unter anderem ein wissenschaftliches Interesse an seinen Inhaltsstoffen und möglichen immunologischen sowie weiteren physiologischen Effekten.

Der Raupenpilz (Ophiocordyceps sinensis, häufig als Cordyceps bezeichnet) wird unter anderem im Zusammenhang mit körperlicher Leistungsfähigkeit untersucht.

Eine randomisierte, doppelblinde und placebokontrollierte Studie mit 22 Amateur-Marathonläufern untersuchte eine Einnahme von zwei Gramm Cordyceps-Myzel täglich über zwölf Wochen. In der Cordyceps-Gruppe wurden bessere Ergebnisse beim 5-Kilometer-Test, eine geringere Ermüdung und eine niedrigere Herzfrequenz unter Belastung beobachtet. Die Autoren weisen zugleich darauf hin, dass weitere Untersuchungen notwendig sind.

Damit liefert die Studie einen interessanten Hinweis, erlaubt aber noch keine allgemeine Aussage darüber, dass Cordyceps die sportliche Leistungsfähigkeit grundsätzlich verbessert.

Qualität und Extrakte

Bei Produkten aus Vitalpilzen spielen Herkunft, Verarbeitung und Zusammensetzung eine wichtige Rolle. Pulver und Extrakte können sich hinsichtlich ihrer Inhaltsstoffe und Konzentrationen unterscheiden.

Bei der Bewertung eines Produktes sollte deshalb auf nachvollziehbare Angaben zu Rohstoff, Verarbeitung und Qualität geachtet werden. Aussagen über mögliche Wirkungen sollten nicht mit wissenschaftlich gesicherten Therapieeffekten gleichgesetzt werden.

Der rechtliche Rahmen: Nahrungsergänzung und Arzneimittel

Vitalpilz-Produkte werden häufig als Nahrungsergänzungsmittel angeboten. Damit gelten die lebensmittelrechtlichen Vorgaben. Krankheitsbezogene Aussagen sind für Nahrungsergänzungsmittel nicht zulässig. Auch gesundheitsbezogene Angaben unterliegen den Vorgaben der Health-Claims-Verordnung.

Besonders wichtig ist die Abgrenzung zu Arzneimitteln. Werden Produkte beispielsweise im Internet mit konkreten therapeutischen Wirkungen beworben, kann dies bei der rechtlichen Gesamtbetrachtung dazu führen, dass ein Produkt als sogenanntes Präsentationsarzneimittel eingeordnet wird. Eine solche Einstufung hängt von der konkreten Aufmachung und den begleitenden Aussagen ab.

Auch die Novel-Food-Verordnung muss berücksichtigt werden. Für Lebensmittel oder Lebensmittelzutaten, die vor dem 15. Mai 1997 nicht in nennenswertem Umfang in der Europäischen Union verzehrt wurden, kann eine Zulassung als neuartiges Lebensmittel erforderlich sein. Als Beispiel nennt die Quelle die Schmetterlingstramete (Trametes versicolor beziehungsweise Coriolus versicolor), für die dort keine entsprechende Zulassung genannt wird.

Forschung und rechtliche Grenzen

Die Forschung zu Vitalpilzen entwickelt sich weiter. Besonders bei Hericium gibt es interessante präklinische und erste klinische Ergebnisse. Auch bei Cordyceps liegen Untersuchungen zur körperlichen Leistungsfähigkeit vor. Gleichzeitig ist die wissenschaftliche Datenlage je nach Pilz und Anwendungsbereich unterschiedlich.

Deshalb ist es wichtig, zwischen Forschungsergebnissen, traditionellen Anwendungen und wissenschaftlich nachgewiesenen therapeutischen Wirkungen zu unterscheiden. Ebenso müssen Anbieter die rechtlichen Grenzen bei der Vermarktung von Vitalpilz-Produkten beachten.

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